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Usedomer Winkel

Der Usedomer Winkel, eine abgeschiedene Region zwischen Peenestrom und Stettiner Haff gilt als die ursprünglichste Region auf der Insel Usedom. Besiedelt war diese südwestliche Inselecke bereits in der Jungsteinzeit. Mit der Völkerwanderung im 8. Jahrhundert nach Christus kamen die Slawen. Fischreiche Gewässer, fruchtbare Böden und reger Seehandel brachten einigen Wohlstand und schufen ein blühendes Gemeinwesen. 1128 besuchte Bischof Otto von Bamberg das damalige Uznam um den - keineswegs freiwilligen - Übertritt der pommerschen Fürsten zum Christentum abzusegnen. An diese Missionierung erinnert noch heute ein Denkmal auf dem Usedomer Schlossberg. Das Prämonstratenserkloster stammt aus der Zeit um 1150. Von Gellenthin aus wurde die Christianisierung Usedoms vehement voran getrieben. Aus jener Zeit stammt wohl auch der große Findling, der knapp einen Kilometer nördlich auf der Straße zum Vossberg am Wegesrand liegt. Heute gehört Gellenthin mit 46 Einwohnern zu den insgesamt vierzehn Ortsteilen der Stadt Usedom, von denen die folgenden über den ganzen Usedomer Winkel verstreut sind: Gneventhin, Karnin, Kölpin, Mönchow, Vossberg, Wilhelmsfelde, Wilhelmshof, Zecherin sowie Ost- und Westklüne.

Touristisch gesehen, gilt der Usedomer Winkel immer noch als Geheimtipp für Urlauber, die es beschaulich und naturnah mögen. Nicht allzu weit weg von der Ostseeküste und doch weit genug entfernt von den belebten Seebädern konnte sich die Region ihren ländlichen Charme bewahren. Die Feuchtwiesen im Nordosten sind ein Refugium für Wasservögel. Den Rest der Halbinsel dominieren Weiden und Ackerland. Dennoch gibt es in den Dörfern im Süden des Usedomer Winkels ein breites Angebot an Pensionen und Ferienwohnungen. Man setzt auf sanften Tourismus und die zahlreichen Wassersportmöglichkeiten am Stettiner Haff. Davon profitiert auch der, durch die sogenannte Kehle des Usedomer Sees geteilte, Ort Ost- und Westklüne.

2006 baute man den früheren Schutzhafen bei Karnin zum Wasserrastplatz aus. Sehenswert sind der 1998 restaurierte historische Bahnhof von Karnin und die Ruine der ehemaligen Eisenbahnhubbrücke. Diese Nachfolgerin der ursprünglichen Fünfbogenbrücke war bei ihrer Inbetriebnahme 1933 die modernste Hubbrücke Europas. Bis zur Zerstörung durch die Nationalsozialisten bei Kriegsende verband sie das Festland mit der Insel. Noch heute gilt sie als Denkmal ingenieurtechnischer Baukunst und als letzte sichtbare Erinnerung an die einstige Schnellzugverbindung Berlin - Swinemünde. Wenige Meter von dem im Peenestrom verbliebenen Hubteil entfernt, beeindruckt der einzige Lotsenturm Vorpommerns mit vier Geschossen, Kegeldach und Galerie.

Bei einem Spaziergang von Karnin nach Mönchow kann man das imposante Mausoleum auf dem kleinen Dorffriedhof bestaunen. Der Ort der Mönche wurde 1168 erstmals urkundlich erwähnt. Sehenswert ist die Kirche am Marktplatz. Das Gotteshaus aus dem 15. Jahrhundert gehört zu den wenigen, die den 30-jährigen Krieg unbeschadet überstanden haben. Mit der Renovierung von 1880 wurde die reiche Innenbemalung der 1605 errichteten Kanzel freigelegt. Wie Mönchow so liegt auch Zecherin direkt an der Peene. Das frühere Bauerndorf hat rund 80 Einwohner und ist der ideale Ausgangspunkt für Radtouren, verläuft doch der Fernradweg Berlin-Ahlbeck mitten durch den Ort.