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Ostseebad Koserow auf der Insel Usedom

Koserow, dessen Name "Kose" sich von "Amsel" ableitet, ist eine der ältesten slawischen Siedlungen auf der Insel Usedom. Sie befindet sich an der schmalsten Stelle der Insel und wendet sich ganz der Meerseite zu.
Erstmals erwähnt wurde der Ort unter dem Namen "Cuzerow" in einer Urkunde aus dem Jahre 1347. Die Kirche Koserows ist allerdings älter. Der ursprüngliche Feldsteinbau, an den heute nur noch Gesteinsreste erinnern, wurde bereits 1230 von Mönchen aus Pudagla geweiht.

Jahrhundertelang lebte das Dorf vom Fischfang und der Landwirtschaft, bis der von Johann Wilhelm Meinhold verfasste Roman "Maria Schweidler oder die Bernsteinhexe" zahlreiche Touristen anlockte. Das Buch beruhte nach Meinholds eigenen Aussagen auf einem historischen Dokument, das er unter dem Chorgestühl der Kirche gefunden hatte und das Leben der Maria Schweidler schilderte, die während des Dreißigjährigen Krieges dem Scheiterhaufen zum Opfer fallen sollte. Als der Roman jedoch immer populärer wurde und man die Geschichte hinterfragte, musste Meinhold bekennen, dass er die Ereignisse um die Bernsteinhexe nur erfunden hatte. Die Leserschaft war enttäuscht, teils empört, aber die Badegäste des Ortes, in dem die 1851 gegründete Badegesellschaft bald mit einer hölzernen Badeanstalt aufwarten konnte, störten sich nicht an der Mär der Überlieferung. Koserow wusste mit seiner idyllischen Lage und der herrlichen Landschaft zu bezaubern.

Auch heute gibt es in Koserow und der nahen Umgebung einiges zu entdecken. Die Salzhütten in der Nähe der Koserower Seebrücke gelten als Wahrzeichen des Ortes. Sie wurden 1820 auf Anordnung des preußischen Staates gegründet, um die Strandfischerei zu fördern. In den im Fachwerkstil errichteten Hütten wurden während der Fangzeiten die Heringe mit subventioniertem Salz haltbar gemacht. Heute befinden sich in den Salzhütten das kleine Museum "Uns Fischers Arbeitshütt", welches allerlei Fischergerätschaften zeigt, sowie einen Souvenirladen und ein Fischrestaurant, das seine Gäste mit leckeren Fischgerichten zu verköstigen weiß.

Der nahe gelegene Streckelsberg gilt mit seinen 60 Metern als höchste Erhebung entlang der Usedomer Küste und zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen. Schließlich gewährt er seinen Besuchern nach einem Aufstieg entlang der bewaldeten wildromantischen Steilküste einen fantastischen Blick auf den Strand, die Seebrücke von Koserow und das Meer. Bei guter Sicht lassen sich vom Streckelsberg aus auch die Kreidefelsen auf der Insel Rügen erahnen.
Zwei Tafeln erinnern auf dem "Gipfel" des Streckelsbergs zum einen an die Geschichte der "Bernsteinhexe", zum anderen an den Beobachtungsturm der Peenemünder Raketenforschung. Auch die Vielfalt der Natur gilt es hier zu bewundern. Neben den blauen Leberblümchen im Frühling, verwandeln Waldhyazinthen, Vogel-Nestwurz (Orchidee des Jahres 2002) sowie weitere Orchideenarten den Waldboden in den Sommermonaten in ein prächtiges Meer aus Farben.

Wer das Spiel der Farben mag, für den lohnt sich ebenfalls ein Besuch im Atelier von Otto Niemeyer-Holstein. Im "Lüttenort", wie der Künstler sein Anwesen nannte, nachdem er hier 1932 zum ersten Mal mit seinem Segelboot "Lütten" angelegt hatte, kann man sowohl Werke des 1984 verstorbenen Künstlers bewundern als auch die des Usedomer Künstlerkreises.

Ein Urlaub in Koserow ist weniger turbulent als ein Aufenthalt in den großen Kaiserbädern, dafür aber umso ruhiger und erholsamer. Der feinsandige Strand der Ostsee und der weitläufige Buchenwald bieten indeale Voraussetzungen für naturverbundene Urlaubsfreuden. Für Urlauber noch ein Geheimtipp, sind große Hotels eher selten. Dennoch besteht ein umfangreiches Angebot an Ferienwohnungen in Koserow.

Kurtaxe in Koserow

Im Ostseebad ist vom 1. April und bis zum 31. Oktober von den meisten Gästen eine Kurtaxe zu entrichten. Als Tagesbesucher (ohne Übernachtung) müssen erwachsene Personen eine Gebühr in Höhe von 2,00 Euro entrichten. Gäste zwischen 14 und 17 Jahre zahlen einen verringerten Beitrag in Höhe von 1,50 Euro.
Wer mindestens eine Übernachtung tätigt, zahlt im Vergleich zum Tagesbesucher 50 Cent weniger. Es wird also eine Kurtaxe in Höhe von 1,50 Euro für Erwachsene und 1,00 Euro für Gäste zwischen 14 und 17 Jahre erhoben. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 13 Jahren sind von der Abgabe befreit.
Für Gäste, die sich länger in Koserow aufhalten kann sich eine Jahreskarte lohnen. Diese kostet 42,00 Euro für Personen ab 18 Jahre und 28,00 Euro für Gäste im Alter von 14 bis 17 Jahre.

(Stand der Information: 04/2016)