Tel: 04508 - 266 08 67
Mo - Fr 8.30 bis 17.00 Uhr

Sie sind hier: Startseite  >> Reiseführer  >> Orte & Regionen  >> Achterland 

Achterland - Geheimtipp auf der Insel Usedom

Die meisten Usedombesucher verbringen ihren Urlaub auf der Insel direkt an der Ostseeküste. Ob Kur, Wellnessaufenthalt, Sommerferien oder Usedom Kurzurlaub - die Seebäder bieten für jeden Zweck die perfekte Infrastruktur und sind bequem mit der Usedomer Bäderbahn erreichbar. Versteckter liegen die stillen Winkel Usedoms. Man benötigt ein Auto oder gute Kondition für längere Radtouren. Wer jedoch den goldenen Mittelweg sucht zwischen ländlicher Abgeschiedenheit im Lieper Winkel oder im Usedomer Winkel und Betriebsamkeit in den Ostseebädern, sollte das Achterland besuchen.
Dort, zwischen Achterwasser und Stettiner Haff, hat man sich eine angenehme Ruhe und Beschaulichkeit bewahrt, ohne provinziell zu sein. Der Name stammt von "Achtern", dem niederdeutschen Begriff für "hinten" und bedeutet schlicht "Land hinter der Küste". Tatsächlich gilt die Region als Hinterland der Dreikaiserbäder und ist von Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck aus leicht zu erreichen. Dörfer wie Sellin, Benz und Pudagla liegen malerisch am Schmollensee. Das macht sie, wie Reetzow und Korswandt am Gothensee, zum idealen Ausflugsziel für Naturfreunde und Wanderer. Ein besonderes Highlight ist die landschaftlich abwechlungsreiche Region, des als Usedomer Schweiz bezeichneten Teils des Achterlandes.

Die liebevoll restaurierte Bockwindmühle bei Pudagla gehört ebenso zu den Attraktionen wie die Holländermühle in Benz. Letztere ist heute ein Kulturzentrum. Auch das Kunstkabinett Usedom und die Benzer Galerie veranstalten regelmäßig wechselnde Ausstellungen. Für Kunstfreunde gehört ein Besuch im Nachbarort Neppermin fast zum Pflichtprogramm. Vor hundert Jahren zählte das Dorf zu den Lieblingsplätzen von Lyonel Feininger. Immer wieder malte er die Landschaft am Balmer See, von dessen Ufer sich ein fantastischer Ausblick auf Achterwasser und Vogelinseln bietet.

Wer gut zu Fuß ist oder flott in die Pedale tritt, erkundet die Mellenthiner Heide. Deren Name täuscht. Es handelt sich um ein ausgedehntes Waldgebiet mit einem dichten Netz von Rad- und Wanderwegen. Da die Kernzone um das ehemalige Munitionslager aus Sicherheitsgründen bis heute gesperrt ist, entwickelte sich ein Refugium für seltene Tiere und Pflanzen. An Kulturgeschichte Interessierte können den slawischen Ringwall im Naturschutzgebiet Mellenthiner Os besichtigen oder das Wasserschloss in Mellenthin. Die mittelalterliche Backsteinkirche nebenan gilt als eine der schönsten Dorfkirchen Usedoms. Im Ortsteil Morgenitz finden sich Mahlsteine aus der Bronzezeit auf dem Kirchhof. Weit jünger ist die Keramik, die in der Werkstatt neben der Kirche hergestellt wird. Zum alljährlichen Töpfermarkt Ende Juli strömen Besucher aus nah und fern.

Für Technik-Liebhaber empfiehlt sich ein Abstecher ins rund acht Kilometer entfernte Dargen. Das Zweirad-Museum im ehemaligen Bahnhof zeigt Mopeds, Motorräder und natürlich das Kultobjekt der DDR - den Trabi. Am nahen Kachliner See wurde das alte Windschöpfkraftwerk als Industriedenkmal erhalten. Wer lieber exotische Tiere sehen will, besichtigt die Straußenfarm in Dargen oder unternimmt einen Spaziergang Richtung Stolpe. Im Nachbarort Prätenow errichtete der Naturschutzbund 2004 ein Wisent-Reservat. Am kleinen Haff entlang kann man über Zirchow und Garz bis zur polnischen Grenze radeln oder wandern. Endstation ist das malerisch gelegene Fischerdorf Kamminke am Fuße des Golm. Die grandiose Fernsicht über das Stettiner Haff lohnt den Aufstieg auf den höchsten "Berg" Usedoms.