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Gesteinsgarten am Forstamt Neu-Pudagla auf Usedom

Neu-Pudagla liegt zwei Kilometer südlich vom Seebad Ückeritz in Richtung Bansin. Verwaltungstechnisch gehört der kleine Ort zu Ückeritz. Dort befindet sich auch die Haltestelle für Reisende, die mit der Usedomer Bäderbahn ankommen. Vom Bahnhof aus sind es rund zwanzig Minuten Fußweg auf der kopfsteingepflasterten Allee. Wer mit dem Auto anreist, verlässt die B 111 (Bäderstraße) beim entsprechenden Hinweisschild. Von dort aus hat man noch etwa 200 Meter bis Neu Pudagla. Das 1849 errichtete Forstamt ist ein lohnendes Ziel für Klassenfahrten und Familienausflüge. Hier können große und kleine Besucher spannende Stunden in der Natur verbringen. Es gibt ein interessantes Waldkabinett mit Fledermausburg und Insektenhotel.

Das Steinmuseum, welches sich hier ebenfalls befindet, entstand 1998 in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geologie der Universität Greifswald. Vier Jahre später wurde der Usedomer Gesteinsgarten zum Außenprojekt der Bundesgartenschau in Rostock gewählt. Die umfangreiche Ausstellung basiert auf wissenschaftlichen Grundlagen und zählt zu den wichtigsten Sammlungen ihrer Art in ganz Europa. So gibt es mehr als 140 Steine zu bewundern. Der Gigant unter ihnen wiegt über acht Tonnen. Dagegen scheint der kleinste mit 15 Kilogramm fast ein Zwerg. Der älteste Fund ist circa zwei Milliarden Jahre alt. Zu den Attraktionen zählt auch der Scolithussandsstein mit seinen Wurmlöchern. Die meisten Fundstücke stammen aus Skandinavien und vom Meeresgrund der Ostsee. Die weiteste "Anreise" mit über 1000 Kilometern hatte ein Findling aus Finnland. Auf dem geologischen Lehrpfad erlebt der Besucher eine Art Zeitreise durch die vorpommersche Landschaft vor 13.000 Jahren. Anhand des Gletscherverlaufs gegen Ende der letzten Eiszeit wird der Weg der Steine nachgezeichnet. Dabei transportierten die Gletscher Geröll und Geschiebe von Finnland über Südschweden und die dänische Insel Bornholm bis nach Usedom.

Der Gesteinsgarten am Forstamt Neu-Pudagla ist übrigens ganzjährig geöffnet. Und wer sich in seinem Urlaub auf Usedom nach einem Besuch im Gesteinsgarten die Umgebung des Forstamtes noch aus einer anderen Perspektive ansehen möchte, der kann sich direkt nebenan in die Baumkronen wagen. Doch Vorsicht: der Kletterwald Usedom ist nur etwas für Schwindelfreie. Diejenigen, die lieber auf dem Boden bleiben möchten, um die Gegend näher zu erkunden, können einen Spaziergang zum malerisch gelegenen Wockninsee unternehmen. Vom Forstamt aus führen Wanderwege durch das Naturschutzgebiet. Dort beginnt auch ein mit Schautafeln bebilderter Waldlehrpfad. Und hier kann man sich nicht nur an der Natur erfreuen. Auf der Waldbühne finden im Sommer regelmäßig Konzerte statt. Der Eintritt ist frei, ebenso wie beim Usedomer Gesteinsgarten. Wer nach so vielen Aktivitäten an der frischen Luft Durst oder Hunger bekommen hat, kann sich im Imbiss am historischen Forstamt stärken oder auf dem Wildmarkt einkaufen. Jedes Jahr im Oktober veranstaltet das Forstamt Neu-Pudagla nämlich die Usedomer Wildwochen.