Tel: 04508 - 266 08 67
Mo - Fr 8.30 bis 17.00 Uhr

Sie sind hier: Startseite  >> Reiseführer  >> Museen Ausstellungen  >> Bettenmuseum 

Bettenmuseum auf Usedom - Vom Strohsack zum Weltraumbett

Peenemünde liegt im Norden Usedoms direkt an der Ostseeküste. Einst erlangte der Ort traurige Berühmtheit als Raketenforschungszentrum der Nationalsozialisten. Heute gehört Peenemünde zu den beliebtesten Ausflugszielen während eines Usedomurlaubs. Sollte das Wetter selbst hier in Deutschlands sonnenreichster Region mal zu schlecht für Freizeitaktivitäten sein, bietet sich ein Besuch im Museum an. Doch in welchem? Denn in Peenemünde hat man die sprichwörtliche Qual der Wahl, etwa zwischen der Phänomenta und dem Spielzeugmuseum. Wer solche oder ähnliche Ausstellungen andernorts schon gesehen hat oder nach den ganzen Museumsbesuchen etwas schläfrig geworden ist, dem sei ein absolutes Kuriosum empfohlen.
Das Pommersche Bettenmuseum hat sein Quartier am Hafen in Karlsgen bezogen. Dieses nach eigenem Bekunden "erste Bettenmuseum der Welt" lädt seine Gäste zu einem verträumten Besuch ein.

Wer sich lieber hellwach mit dem Thema Schlaf befassen möchte, kann sich in Dia- und Videovorführungen über die Gestaltung eines gesunden Schlafzimmers informieren. Menschen mit Schlafstörungen wird empfohlen, es mal mit Autogenem Training, Meditation oder einem Schlummertrunk zu probieren. Auch welche Kräuter schlaffördernd wirken, bleibt kein Geheimnis. Selbst das Für und Wider von Nachtgewändern wird erörtert. Egal, ob T-Shirt oder Schlafanzug, sie alle schützen vor Verkühlung und Muskelverspannungen durch Zugluft und dienen der Hygiene. Wie sich die Mode im Laufe der Jahrhunderte wandelte vom Evaskostüm zum Flanellnachthemd, dürfte so manchem Betrachter ein Schmunzeln entlocken. Staunen darf man über Kuriositäten wie das Weltraumbett oder die umfangreiche Nachttopfsammlung. Bettwäsche wird natürlich auch gezeigt. Vom schlichten Seenotsack, in dem gleich vier Mann Platz fanden, bis hin zur edlen Spitzenwäsche reicht das Spektrum. Historische Bettgestelle, alte Waschgelegenheiten und neuere Massagegeräte finden sich in der Ausstellung ebenso wie all' die anderen unverzichtbaren Utensilien. Denn was wäre ein Schlafplatz ohne Wecker oder Bettlektüre?

Wer ein Souvenir der besonderen Art sucht, kann sich und seine Lieben in historischen Nachtgewändern fotografieren lassen. Da ist der Gedankensprung nicht weit zur Geschichte des Bettes. Und die wird ausführlich dokumentiert vom einfachen Strohsack, über das bäuerliche Nachtlager bis hin zum Bürgerbett. Bis ins Mittelalter teilten sich ganze Familien die gemeinsame Liegestatt selbst mit Verwandten und Gästen. Dabei durchweht die Ausstellung natürlich auch ein Hauch von Sinnlichkeit, etwa in der Abteilung für "verruchte Betten". Als Motto wurde ein bekanntes geflügeltes Wort ein wenig abgewandelt, denn "Wie man sich bettet, so liebt man". Da bleibt natürlich auch Platz für Träume und Traumdeutung im Usedomer Bettenmuseum.